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Höri-Bülle

Die Höri-Bülle ist eine flache, bauchige Zwiebel mit einer eher hellroten, leicht bräunlichen Färbung. Das Fleisch ist weiß.
Sie ist sehr mild und zart im Geschmack und deshalb bestens für den Wurstsalat oder zum Vesper geeignet.
Beim garen entfaltet sich Ihre Schärfe, ohne dass die rote Farbe verloren geht.

Hoeri-Buelle
Die Höri-Bülle gibt es nur hier.
Die Europäische Kommission hat die Bülle im Herbst 2014 mit dem Gütezeichen „geschützte geografische Angabe“ ausgezeichnet.
Dadurch wird verhindert, dass ähnliche rote  Zwiebeln, deren Samen allerdings aus der Industrie stammen, als Höri-Bülle in den Handel kommen. Die Biodiversität wird somit bewahrt.
(„Bülle“ nennt man im allemanischen Dialekt die Zwiebel)

Anbau und Zucht sind ganz speziell.
Die Höri-Bülle ist eine rote Speisezwiebel, die nur auf der Höri angebaut wird. Es gibt davon kein Saatgut zu kaufen. Die Gärtner vermehren diese Sorte in Mühsamer Handarbeit selber. In den Gemüsebauernfamilien sind es meistens die älteren Generationen, die sich übers Jahr der arbeitsintensiven Nachzucht und Pflege der Samen widmen. Nach der Ernte im August werden beim Sortieren der Zwiebeln immer wieder die besten und schönsten Zwiebeln zur Nachzucht beiseitegelegt. Mitte März werden diese Zwiebeln, die nun bereits austreiben, eingepflanzt; je vier um einen Stock, an dem später die langen Triebe mit den Blütendolden aufgebunden werden.
Wenn sich im Sommer an den noch grünen Dolden Samen gebildet haben, werden sie abgeschnitten und getrocknet. Die reifen, tief schwarz gefärbten Samen werden von Hand ausgerieben und gewaschen. Dabei schwimmen Spreu und „schlechte“ Samen oben auf, gute Samen sinken ab. Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt. Danach werden sie mehrere Tage getrocknet. Durch Sieben werden die Samen nach Größe sortiert. Die Samen sind maximal zwei bis drei Jahre haltbar, wobei sich die Qualität mit der Zeit verschlechtert. Die Samen werden im März gesät. Während des Wachstums muss drei bis viermal Unkraut gejätet werden. Da die Zwiebeln relativ druckempfindlich sind, wird bei der Ernte im August nur der Boden durch „rausrudern“ gelockert. Die Ernte erfolgt von Hand. Die Wurzeln und verdorrten Stängel werden abgeschnitten, die Knollen gereinigt und bis zum Verkauf zum Trocknen ausgebreitet. Die Höri-Bülle ist nur bis etwa März/April lagerfähig, was als Nachteil gegenüber handelsüblichen Sorten anzusehen ist.