Die Insel Reichenau

Die Insel Reichenau im Bodensee fand als „Reiche Au“ 724 n. C. erste Erwähnung.
Bereits 827 n. C. schrieb der berühmte Mönch Walahfrid Strabo eines der bedeutendsten botanischen Werke des Mittelalters, den Hortulus. Ein Buch über Anbau und Pflege von Kräutern.

In den 1930er Jahren hielt das Gemüse auf der Reichenau seinen Einzug. Der bis dahin vorherrschende Weinbau wurde durch schwere Winter mit extremen Frösten stark dezimiert.

In den letzten Jahrzehnten wurden große Anstrengungen zur Weiterentwicklung des Gemüsebaus unternommen: Beregnungsnetz für die ganze Insel, zentrale Vermarktung, Produktion aus integriertem und kontrolliertem Anbau und Ausbau der Gewächshausflächen auf 45 ha. Alle diese Maßnahmen ermöglichen heute trotz der verhältnismäßig kleinen Anbaufläche eine jährliche Produktion von rund 14.000 Tonnen Frischgemüse.

Eine exponierte Lage im See und die Auswirkungen des Alpenföhns bescheren der Insel nicht nur überdurchschnittlich viele Sonnentage im Jahr, sondern auch ein ausgesprochen mildes Klima, das den Gemüseanbau in besonderem Maße begünstigt und bis zu drei Freilandernten im Jahr ermöglicht. Das benötigte Wasser beziehen die Reichenauer Gärtner in Trinkwasser-Qualität aus dem Bodensee, dem größten Trinkwasserspeicher Europas. Der Bodensee ist gleichzeitig Wärmespeicher und wirkt wie eine natürliche Klimaanlage.